DULVS und VMLL

Der Deutsche Ultraleicht Segelflugverband (DULVS) hat bei seiner Hauptversammmlung am 6. August 2015 darüber abgestimmt, mit dem VMLL über eine mögliche Zusammenlegung der beiden Verbände zu sprechen. Ein entsprechendes Vorgespräch fand auf der Aero 2015 statt, bei dem bereits eine Reihe von zu klärenden Detailfragen angesprochen wurden.

Die gleiche Frage wird auf der Jahreshauptversammlung an die Mitglieder des VMLL gestellt.
Für die Zusammenlegung spricht eine größere politische Bedeutung als Gesamtverband.

Gruß

Peter und Markus

Bericht zum 22. Bundestreffen des DULSV

vom 01.08. bis 07.08. 2015
Was ist da los?
Es ist Freitag, 31.07.2015. Nicht das erste Mal kommen wir auf dem Domberg an, aber wie immer halten wir an einer Stelle an, von der aus wir die schöne Aussicht auf Bad Sobernheim und die bergige Landschaft genießen. Diesmal haben wir die Drachenwinde für die ULF -1 Flieger dabei, die wir in Paderborn bei Herbert und Josef Stümpel an den Haken genommen haben. Dazu gibt es noch Einiges zu berichten.
Bis Sonntag findet ein Streckenflug Training statt. Etliche Hänger stehen in Reih und Glied vor dem Haus des Landesverbands Rheinland Pfalz. Wir erfahren, dass bei guten Thermik-Bedingungen einige größere Dreiecke geflogen werden konnten. Hoffentlich haben wir auch noch so ein Glück, allerdings sind die Ambitionen für größere Streckenflüge bei den Banjo-Piloten nicht ganz so ausgeprägt. Am Freitag treffen auch Herbert und Josef Stümpel mit Neffe Jens, Hannes Ross und Dieter Reich. Nach einer kurzen Verschnaufpause wird bereits der erste ULF-1 aus dem Anhänger gezogen. Mit einem einfachen Zusammenstecken ist es jedoch nicht getan, deshalb wird das Finish auf morgen vertagt. Horst und Margret sowie Helmut mit seinem Fahrrad sind heute einen Tag früher als angemeldet angekommen. Carl-Otto, der zu unserem großen Glück das Banjo-Treffen betreut, stehen etwas die Haare zu Berge, da die von unserer Gruppe gebuchten Zimmer zum Teil noch von den Streckenfliegern belegt sind. Der Engpass löst sich dann aber rasch auf. Carl-Otto hat alles prima im Griff.
Am Samstag – 01.08. – es ist noch Anreisetag – sind bis zum Abend alle Teilnehmer eingetroffen. Die allgemeine Stimmung signalisiert bei allen Freude über das Wiedersehen. Die Bilanz der teilnehmenden Luftfahrzeuge weist eine kleine interessante Vielfalt auf: Zwei ULF-1 mit Herbert und Josef, ein ULF-1 mit Wölbklappen sowie ein ULF-2 mit Hannes und Dieter, ein ULF-2 mit Franz, dazu noch drei ULF-2 mit Gastpiloten, Horst mit seiner Piccolo. Die Gruppe der Banjos ist mit drei Flugzeugen und ihren Piloten Wolfram, Dieter, Achim, Wolfgang und Gisela vertreten. Teilnehmer ohne Banjo sind Helmut, Andreas und Wilfried. Sie fliegen die zwei Banjos des DULSV und den Banjo des Landesverbands.
Während wir alle geschäftig um unsere Anhänger oder Mobilheime herum wandern schwebt am Vormittag eine SD1 auf leisen Sohlen ein. Wie interessant: Klein und handlich mit toller Optik steht sie da, ausgezeichnet mit geringem Spritverbrauch und dabei ansehnlicher Leistung.
Sonntag, 02.08: Nach geselliger Runde, Austausch der über das Jahr gesammelten Erfahrungen rund um die Fliegerei sowie einem reichhaltigen Frühstück beginnt das Aufrüsten. Die Banjos stehen bald alle bereit. Interessiert werden die Aktivitäten am ULF-1 mit den Wölbklappen beobachtet. Die Steuerseile müssen in den Tragflächen verlegt und über die Umlenkrollen im Rumpf geführt werden. Das bedeutet eine enorme Herausforderung und verlangt Präzision. Dieter Reich hat die Wölbklappen konstruiert, Herbert und Josef haben sie gebaut. Der erste Probeflug muss allerdings noch warten, da eine Wiegung mit Pilot vorgenommen werden soll. Dieser ULF-1 ist das einzige UL Segelflugzeug der Welt, das mit Wölbklappen geflogen werden kann und wir sind dabei.
Toll, dass auch die GW3 mit ihrem Konstrukteur Gerhard Wagner und Frau Inge ab heute die Teilnehmerrunde erweitern. Das Wetter entwickelt sich im Laufe des Tages zu guten Bedingungen mit Steigen von 4m/s und mehr und Höhe um 2000m. Nach einem kurzen Briefing und Startaufbau auf der 04 schleppt Carl-Otto alle „Fluggeilen“, wie wir es ja sind, mit der FK9 direkt und sicher in die Thermik. Zum Abschluss des Tages sitzen fast alle wie in alter Tradition auf den Treppenstufen vor dem Verbandshaus und lassen den Tag bei bester Laune Revue passieren.
Montag, 03.08. Der Tag wird noch heißer als der vorherige. Auf der trockenen Fläche der Startbahn ist die Hitze schon fast unerträglich aber wir lassen nicht locker, wir wollen fliegen. Die Thermik ist wie am Vortag: kräftig und mitunter „bockig“ aber man wird mit dem Aufstieg in große Höhe belohnt. Die Schwerpunktwiegung des ULF-1 mit den neu entwickelten Wölbklappen samt Pilot hat am Vormittag mit größter Sorgfalt und Präzision stattgefunden. Gegen 19.00 Uhr wird der ULF-1 an den Start gebracht und die Drachenwinde aufgestellt. Zunächst ist der Seitenwind noch zu stark, aber bei einer längeren Flaute hat es dann doch noch geklappt. Allerdings ist es wegen zu geringer Thermik nicht eindeutig möglich, so wird von den Akteuren gesagt, die Wirkung der Wölbklappen zu ermitteln. Wir erwarten gespannt einen Erfahrungsbericht der Gruppe und Dieter. Dienstag 04.08. Der Himmel ist bedeckt, es ist Regen vorhergesagt, die Tagestemperatur soll angenehm kühl werden. Ein Kontrastprogramm muss her. Wir entschließen uns auf den Vorschlag von Carl Otto, der von Jens und Achim ausgearbeitet wurde, hin zu einer Schifffahrt auf dem Rhein. Nach der Zugfahrt nach Bingen besteigen wir dort im Regen das Schiff nach Trechtingshausen. Sehenswürdigkeiten wie der Binger Mäuseturm, Schloss Rheinstein, der wunderschöne Ort Assmannshausen ziehen an uns vorbei. Nach etwa einer halben Stunde steigen wir in Trechtingshausen aus, strömen gleich hoch in den Ort in Vorfreude auf ein gutes Restaurant. Es empfangen uns hier jedoch lediglich menschenleere Straßen. Nur in einer kleinen Bäckerei können sich einige von uns zu Kaffee und Kuchen versammeln. Andere wandern hoch zum Schloss Reichenstein oder zu einem noch höher gelegenen Aussichtspunkt. Auf der Rückfahrt holt uns ein riesiges, mondänes Schiff ab und schon ist der „Schnack“ von der Kreuzfahrt auf dem Rhein geboren. Auch dieser Tag hat etwas.
Mittwoch, 05.08. Bei dem morgendlichen Blick aus dem Fenster überrascht uns Nebel soweit das Auge reicht. Er löst sich aber ziemlich bald auf. Gegen Mittag stehen die dicken Cumulanten am Himmel. Wir lassen Wilfried, den „jungen Wilden“ und Thermikfuchs erst einmal zum Testflug starten. Es zeigt sich, da er nach kurzer Zeit wieder landet, dass die Wolken schummeln. Bei späteren Versuchen geht es dann doch ganz gut hoch. Margret und Christiane, die nicht fliegen, haben schon in den Jahren zuvor die Gegend intensiv erkundet, nicht nur aber auch im Hinblick auf kulinarische Besonderheiten und empfehlenswerte Lokale. Auf Vorschlag von Christiane wird am Abend dem Gasthaus der „dicken Brüder“ in Waldböckelheim ein Besuch abgestattet. Obwohl Christiane uns erst kurz vorher anmeldet und wir dort recht zahlreich einfallen, ist die angebotene Auswahl an Gerichten umfangreich. Der Koch ist wirklich gut.
Donnerstag, 06.08. Einige von uns trinken Kaffee und Tee mit Milch. Da wir nicht alle beim Frühstück an einem Tisch sitzen können wird mit locker-flockigem Wortgefecht um die Milchkanne gekämpft. Das gibt der Frühstücksrunde die richtige Würze. Der Himmel ist zunächst bedeckt. Man glaubt es kaum, dass die Tagestemperatur doch wieder so hoch klettert. Die Thermik setzt später, erst am frühen Nachmittag, ein. Natürlich sind alle sechs Banjos in der Luft. Abends nach der Jahreshauptversammlung geht es auf zur Weinprobe in Steinhart. Wir sind bereit für einen feucht-fröhlichen Abend. Jeder gekostete Wein wird vom Winzer erklärt. Die Bezeichnungen reichen von fruchtig, blumig bis nussig, herb. Auch Früchte wie Kirsche und Erdbeere werden für die Geschmacksrichtungen genannt. Im Verlauf des Abends kursiert ein wirklich zutreffender Spruch von Herbert: „Der Wein ist im Abgang ganz schön alle.“ Hannes hat sein Akkordeon dabei und Wilfried kann sehr charaktervoll singen. Die meisten Texte der Lieder werden von uns mit la-la-la begleitet. Die Hausaufgabe für das nächste Bundestreffen lautet: Liedertexte lernen.
Freitag, 07.08. Laut Wetterbericht soll es heute am Nachmittag Gewitter geben. Das ist zwar richtig, aber nicht am Domberg. Es kann also wieder geflogen werden und es wird der absolute und ultimative Höhepunkt der Banjowoche. Von Piloten, die sich trotz sengender Hitze in die Flugzeuge gesetzt haben, werden Bärte in der Spitze mit 5 m/s gemeldet. Es ist kein Fliegerlatein – die unglaubliche Höhenmarke von 3000 m wird angekratzt, ein sehr seltenes Phänomen bei thermischen Bedingungen in dieser Gegend. Wer landen will muss mühsam nach dem Sinken suchen um sich zusätzlich mit Klappen oder Slippen herunter zu kurbeln. Am Abend wird im Vereinsheim gegrillt, ein schöner Abschluss dieses Tages. Der Grillmeister ist zu empfehlen, Das Fleisch schmeckt super lecker. In der Ferne sehen wir die Gewitter wie ein Wetterleuchten ihre Zeichen setzen.
Der tschechische Konstrukteur des vielversprechenden UL Segelflugzeugs S-12 Sagitta hat sein Kommen für Donnerstag oder Freitag zugesagt. Leider hat es nicht geklappt- sehr schade. Der DULSV bleibt am Ball, denn eigentlich ist der Kauf einer Sagitta erwogen.
Samstag, 08.08. Das Bundestreffen, eine rundum schöne Woche mit vielen Starts, ist einfach zu schnell vergangen, es ist Abreisetag. Diesmal hat das Wetter sehr gut mitgespielt. Die Landschaft bietet hervorragende thermische Bedingungen. Es ist außer am Dienstag immer lange geflogen worden. Carl-Otto ist der Super-Schlepppilot, der genau weiß, wo die Thermik zu finden ist. Er hat uns toll betreut. Auch der Frühstücksfee Frau Wiesner gebührt Dank für das reichhaltige Buffet. Abschließend sei die nette Teilnehmerrunde gelobt für die fröhliche Stimmung, Hilfsbereit- und Kameradschaft. Ach ja, bevor es vergessen wird, die tollen UL-Segelflugzeuge, die so federleicht in der Thermik tanzen, haben den Piloten recht viele eindrucksvolle Flüge beschert.

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