Workshop in Würzburg im November 2013

VOM 15.11. – 17.11.2013 FAND IN WÜRZBURG DER 1. WORKSHOP DES VMLL STATT. ZU DIESEM WOCHENENDE HATTEN SICH 20 MITGLIEDER ANGEMELDET.

Vom 15.11. – 17.11.2013 fand in Würzburg der 1. Workshop des VMLL statt. Zu diesem Wochenende hatten sich 20 Mitglieder angemeldet. Wir trafen uns am Freitagabend im „Locanda“ zum Abendessen. Viele Teilnehmer sahen sich hier das erste mal persönlich und wir hatten, bei exorbitant großen Pizzen, Zeit uns näher kennen zu lernen. Das Lokal liegt direkt am Main im alten Lagerhaus des „Alten Kranen“ und bietet Pizza mit einem Durchmesser von ca. 50cm an. Nein, ich habe mich weder verschrieben noch ein verschobenes Augenmaß, die Würzburger Teilnehmer können dies bestätigen. In geselliger Runde wurden auch schon die ersten Gedanken ausgetauscht und die Meisten haben es deshalb auch nicht mehr geschafft, noch am Freitag in ihr Hotel zu kommen.

Am Samstag in der Früh ging es gleich mit der ersten Überraschung los. Dieter Braun hatte es ermöglicht, dass Peter Schneider den „Song“ ausstellen konnte. Der Song ist als zweites mustergeprüftes 120kg Fluggerät in Deutschland fliegbar. Viele kannten das Gerät lediglich aus der Fachpresse oder von der Aero, doch ist es nicht vergleichbar, es anzufassen oder darin Probe zu sitzen. Das weitere Programm des Vormittages war mit einem Vortrag über die Lastannahmen und Berechnungen für eine Musterprüfung ausgefüllt. Peter Schneider hat in seinen Ausführungen den Anwesenden veranschaulicht, wie der mögliche Weg aussehen kann, von der Idee ein Flugzeug zu bauen, bis hin zu dessen Umsetzung. Mit sehr viel Fachwissen und Geduld hat Peter selbst bis zur letzten Frage der Teilnehmer geantwortet.

Vor der Mittagspause zeigte uns Dieter, unser Referent für Innovationen und Technik, mögliche finanzielle Hilfen auf.

Auch wenn die Mittagspause selbst kurz war, besichtigten wir bei einem kleinen Rundgang die schöne Altstadt von Würzburg und haben dies bei zwar kaltem, aber trockenem Wetter genossen.

Am Nachmittag hat Peter uns wieder mit Fakten und wichtigen Informationen zum Thema Lastverteilung an einem Flugzeug versorgt. Selbst lange nach Sonnenuntergang war bei Einigen noch immer nicht der Forschungstrieb befriedigt, sodass wir noch bis spät abends fachsimpelten.

Am Sonntag hatten wir uns schon sehr früh im Hörsaal eingefunden, wo Peter über den Einsatz des Programmes Javafoil referierte.

Nun war Zeit, die Teilnehmer über ihre konkreten Vorstellungen oder Projekte eines Fluggerätes in der 120kg Klasse berichten zu lassen. Dabei wurden verschiedene Flieger genannt, die zur Auswahl stünden. Einige Teilnehmer hatten sogar schon Unterlagen von Fluggeräten mitgebracht.

Ronny Wittkopp ist für die Berechnungen des Aerolite 103 von Vierwerk zuständig. Jürgen Hylla hat seine eigene Motorentwicklung, den HB1300 mit ca. 30kg und ca. 55PS, mitgebracht und wir hatten Gelegenheit diese im Kofferraum seines Autos in Augenschein zu nehmen. Meine Aufgabe ist es, den Zigolo MG12 von Francesco Martin (www.aviad.it) bei der Musterprüfung in Deutschland zu betreuen. Für großes Aufsehen sorgte das Projekt von Dr. Andres Chavarria. Andres entwickelt ein Nurflügler in der 120kg Klasse und hatte auch ein flugfähiges Modell im Masstab 1:4 dabei. Es sind noch viele andere Projekte genannt worden. Das Vereinsmodel des Paris Parasol wird von einer Gruppe unserer Mitglieder weitergeführt.

Im Anschluss hat Prof. Walter Baur einen Exkurs zu Thema kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) und deren Fertigkeiten gehalten. Sehr interessant war für Viele, wie leicht man diesen Baustoff falsch einsetzen kann. Seine Ausführungen gingen über die Statik bis zum Verarbeiten des Materials. Dabei wurde deutlich, dass bei einem durchdachten Einsatz von CFK mit einfachen Mitteln ein sehr leichtes, wie auch stabiles Fluggerät entstehen kann. Der Vormittag verging viel zu schnell, sodass die Mittagspause lediglich eine kurze Unterbrechung unserer Lernphase war.

Am Nachmittag wurde gemeinsam der Song abgebaut. Viele Teilnehmer waren erstaunt, wie leicht ein Flügel sein kann, der aus CFK hergestellt wurde. Mit seinen nur 12,5kg hält er trotzdem alle geforderten Belastungen der LTF-L aus. Wir stellten fest, dass ein Abbau des Fliegers mit vielen Personen nicht unbedingt zum schnelleren Ziel führt. Das Gerät ist mit zwei Personen in weniger als 20 Minuten Auf- bzw. Abzurüsten, was sich mit neun interessierten Leichtpilot – Enthusiasten jedoch bis zu einer Stunde zieht.

Jetzt kam die zweite große Überraschung für die Anwesenden. Thomas Ihler hat den Start der eigenen VMLL Homepage mit geschlossenem Forumsbereich vorgestellt. Im November werden die Workshop Teilnehmer nun die Seiten als Beta – Nutzer testen. Ab Dezember werden unter www.vmll.de die neuen Seiten für alle Mitglieder und auch Interessenten erreichbar sein.

Zum Abschluss der Veranstaltung sind wir zu einem ehemaligen Studenten von Walter gefahren, wo wir uns die Fabrikation von Felgen für Montainbikes in CFK zeigen ließen. Christian Gemperlein produziert diese in seiner Firma Ahead Bikes (http://www.bikeahead-composites.de). Es ist unglaublich, wie leicht eine so hoch qualitative Felge sein kann!

Die im Fluge verging die Zeit und wir trennten uns, mit wichtigen Erkenntnissen, einem großen Stapel Unterlagen und Berechnungsdateien, um an unsere Projekte zurückzukehren. Schon während der gemeinsamen Tage wurde klar, dass es eine Fortsetzung dieses Workshop geben muss. Peter und Walter klärten sich spontan bereit, dies für das Frühjahr 2014 in Angriff zu nehmen. Abschließend ist festzuhalten, dass wir in Würzburg ein hochqualitatives Seminarwochenende verbringen durften.

Vielen Dank an Peter und Walter, dass Ihr diesen Workshop für die Mitglieder des VMLL kostenfrei angeboten habt!

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